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Das Geheimnis ausgeglichener Mütter

Das Geheimnis ausgeglichener Mütter Buchtipp

Heute möchte ich dir das Buch „Das Geheimnis ausgeglichener Mütter“* von Kinder- und Jugendärztin Karella Easwaran vorstellen. Sie ist nämlich davon überzeugt, dass die Lösung vieler Probleme im Alltag von uns Müttern (Stress, Erschöpfung bis hin zum Eltern-Burnout) im Kopf liegen. Dafür hat Frau Easwaran eine Technik entwickelt, die sie „Beneficial Thinking“ nennt. Was das ist und worum es in dem Buch aus dem Kösel-Verlag geht, dass erfährst du jetzt. Los gehts!

Muttersein erfordert Kraft und Ausdauer

„Mutter-Sein ist der schönste Job der Welt – aber auch der härteste. Viele Mütter leiden unter dem Erwartungsdruck, der Verantwortung und der Erschöpfung, die ihr Alltag mit sich bringt. Mitunter führen diese Stressfaktoren sogar zu gesundheitlichen Schäden. Doch wie wann man sich vor ihnen schützen?“. Mit diesen Worten leitet Frau Dr. Easwaran ihr Buch ein und verspricht uns, mit ihrer Denkstrategie des „Beneficial Thinking“ können wir innerhalb von nur drei Monaten neue Kraft und Energie gewinnen.

In herausfordernden Zeiten wie diesen, aber nicht nur, sind der Erwartungsdruck, der auf uns Eltern liegt, enorm. Durch die Veränderung der gesellschaftlichen Strukturen sind die Anforderungen an Eltern vielfältiger geworden und gleichzeitig steigen die Erwartungen an die Familie, die Partnerschaft, den Beruf und den Haushalt. Diese Stressfaktoren, denen vor allem Mütter* heute ausgesetzt sind, können zu chronischer Ermüdung führen und im schlimmsten Fall körperlich und psychisch krank machen (von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Burnout bis zu Depressionen).

Aber wo liegt die Lösung dieser Probleme, wo es heute kaum noch Mehrgenrationenfamilien gibt und auch immer mehr Alleinerziehende mit den steigenden Anforderungen an die Elternschaft fertig werden müssen? Frau Dr. Easwaran ist sich sicher: Die Lösung des Problems beginnt im Kopf! Deshalb hat sie beschlossen, nicht nur „mehr Gelassenheit“ zu empfehlen, sondern stattdessen klare und greifbare Hilfsmechanismen anzubieten, um Depressionen, chronischer Überlastung und Ängsten vorzubeugen.

Die Beneficial-Thinking-Methode

Beneficial thinking heißt so viel wie vorteilhaftes Denken. Es geht bei dieser Methode also zum einen darum, unser Denken und Handeln zu verstehen und zum anderen darum, diese Denkmuster zu unserem Vorteil zu ändern.

Wenn wir kraftraubende Denkmuster überwinden, können wir zuversichtlich und entspannt unseren Alltag gestaltet.

Karella Waswaran

Deshalb setzt Beneficial Thinking dort an, wo Stress entsteht – im Gehirn. Sein Aufbau ist vergleichbar mit einem Haus mit drei Etagen. Es gibt einen Keller, ein Erdgeschoss und ein Dachgeschoss. Im Buch* wird dieses Haus das „Beneficial Thinking-Haus“ genannt. Das Haus hat nicht nur drei Etagen, sondern auch einige Bewohner.

Das Beneficial Thinking-Haus

Der Keller steht für unseren Hirnstamm, der das Überleben sichert (Atmung, Herzschlag etc.). Hier lebt das Krokodil, das so lange bewegungslos rumliegt, bis Gefahr droht. Dieses Krokodil ist ein Überbleibsel aus der Steinzeit, wo wir Menschen bei Gefahr blitzschnell reagieren mussten, um dem Säbelzahntiger zu entfliehen. Das Krokodil schüttet also Stresshormone aus und schaltet auf Angriff oder Flucht um. Das ist im ersten Moment kein Problem, kann aber eines werden, wenn wir langfristig unter negativem Stress (Disstress) stehen und nicht mehr zur Ruhe kommen.

Im Erdgeschoss, das für unser Mittelhier steht, leben Madame Amy, das Seepferdchen und die Glücksfee. Madame Amy steht für unsere Amygdala, die gemeinsam mit dem Seepferdchen (Hippocampus: für Erinnerungen zuständig) die Signale unserer Sinnesorgane auswertet. Die beiden bilden den Dreh- und Angelpunkt unseres Stresssystems und halten stets nach Gefahren Ausschau um im Fall des Falles den Fahrstuhl (dazu komme ich gleich) zum Krokodil oder ins Dachgeschoss zu schicken.

Im Dachgeschoss unserer Beneficial Thinking-Hauses lebt die Ingenieurin. Sie steht für unseren präfrontalen Cortex und ist für das rationale Denken und die Kommunikation zuständig. Sie schmiedet Pläne, organisiert, löst Probleme, lernt aus der Vergangenheit und hat Zukunftsvisionen. Es kommt uns also zu Gute, wenn unsere Madame Amy den Aufzug ins Dachgeschoss schickt und damit in einer herausfordernden Situation unser logisches Denken einschaltet, anstatt den Aufzug runter zum Krokodil zu schicken und damit Stresshormone wie Cortisol freizusetzen.

Wohin fährt dein Aufzug?

Und hier setzt Frau Dr. Easwaran mit ihrer Beneficial Thinking Methode an. Wir Menschen haben nämlich im Laufe der Evolution gelernt, den Aufzug (der natürlich immer nur in eine Richtung fahren kann, hoch oder runter) im Zweifelsfall lieber in den Keller zu schicken. Leider werden dadurch oft unbedeutende Situationen als gefährlich eingestuft und wir reagieren gestresst. Ein tolles Beispiel dafür bringt Frau Dr. Easwaran im Buch:

Stell dir einmal vor, du bist den ganzen Tag auf den Beinen, hattest auf deiner Arbeit viel zu tun und hast dann auch noch die Bahn verpasst. Abends kommst du Heim und wünschst dir nichts sehnlicher, als ganz entspannt und in Ruhe mit deinem Kind das Abendessen zu genießen. Aber es kommt, wie es kommen muss: Dein Kind kippt das volle Glas um und alles ist nass. Wie reagierst du in dieser Situation? Schickst du den Aufzug in den Keller und reagierst hektisch und schimpfst? Oder schickst du den Aufzug zur Ingenieurin, atmest einmal tief durch und denkst dir, dass es ja nur ein verschüttetes Glas und kein Weltuntergang ist?

Einmal tief durchatmen, bitte!

Mit der Beneficial Thinking-Methode kannst du lernen, in diesem Moment (Switch-Moment: Wir schicken den Aufzug los) ruhig zu bleiben und deine Madame Amy dazu zu bringen, den Aufzug nach oben zur Ingenieurin zu schicken. Das musst du natürlich trainieren und üben, aber du wirst sehen, dass du diesen Switch-Moment immer öfter bewusst wahrnimmst und entsprechend den Fahrzug zur Ingenieurin schicken kannst.

Das gelingt dir vor allem durch eines: bewusstes Atmen. Ich habe das bewusste Atmen in den letzten Monaten häufig in meinen Alltag integriert, zum einen durch Meditation, zum anderen durch wirkungsvollsten Atemübungen aus dem Yoga, den sogenannten Pranayama.

Pranayama im Yoga

Der Atem schlägt eine Brücke zwischen Körper und Geist unser Körper bekommt dadurch die Botschaft „Alles ist gut!“. Probiere es einfach einmal aus: Wenn du das nächste Mal gestresst bist, schließe kurz die Augen und atme 4 Sekunden tief ein und 4 Sekunden lang aus. Wenn du Lust hast, kannst du auch das eine oder andere Yoga-Pranayama ausprobieren. Hier darauf näher einzugehen, würde den Rahmen sprengen, aber ich habe schon ein wenig über die Atmentechniken in unserem achtsamen Adventskalender erzählt. Außerdem bekommst du hier weitere gute Infos:

Kommen wir noch einmal zurück zum Atmen. Wie bereits gesagt, verhindert achtsame Atmen, dass wir uns negativen Gedanken hingeben und wir bewusst entscheiden können, wohin der Aufzug fährt. Bewusstes Atmen ist auch Teil der SADH-Übung.

Stopp-Atmen-Denken-Handeln

Frau Dr. Easwaran meint damit Stopp-Atmen-Denken-Handeln. Das solltest du in diesem Switch-Moment ganz bewusst nutzen und das Wort Stopp laut aussprechen. Auch Rückwärtszählen kann helfen, nicht impulsiv zu reagieren und im Switch-Moment den Aufzug nach oben zu schicken.

Zusätzlich zum Atmen kannst du dich mit Achtsamkeitsübungen auseinandersetzen, Yoga machen (z.B. mit Mady oder Lena), Tai-Chi oder Qi-Gong. Apropos QiGong, unsere Siegi hat bereits über ihre Erfahrungen mit Qi-Gong berichtet:

Diese Techniken können dich langfristig dabei unterstützen, dein Stresslevel zu senken. Und das bedeutet, dass Madame Amy sich häufiger dafür entscheidet, den Aufzug nach oben zu schicken, statt nach unten zum Krokodil. Mit diesen Übungen geraten wir nicht mehr so schnell in eine negative Stressspirale aus Erschöpfung, Frustration und Aggression.

Mehr Selbstfürsorge leben

Was ist sonst noch wichtig, um Stress vorzubeugen? Finde heraus, was dir wichtig ist und dir gut tut. Dies ist ein wichtiger Schritt zu mehr Selbstliebe und Selbstfürsorge. Wir Mütter sollten lernen, uns selbst und unsere Bedürfnisse nicht aus den Augen zu verlieren. Das macht uns glücklicher und lässt uns seltener das Krokodil in uns aktivieren.

Ein Tipp dazu in „Das Geheimnis ausgeglichener Mütter: Starke Mütter – Starke Familien – Starke Gesellschaft“* lautet: Mache dir einen Drei-Monatsplan, in dem du wöchentliche und monatliche „Ich will“-Ansagen definierst, z.B. „Ich will, dass mich mein Partner mehr im Haushalt unterstützt“ oder „Ich will heute selbstbewusst auftreten und Gutes über mich denken.“

Schluss mit Perfektionismus!

Neben Selbstfürsorge sollten wir auch lernen, nicht ständig in den Perfektionswahn zu verfallen, egal ob es dabei um Selbstoptimierung geht oder um die perfekte Ernährung der Familie.

Hast du schon einmal vom Paretoprinzip gehört? In 20% der Zeit können wir 80% der Leistung bringen und für die restlichen 20% müssen wir noch einmal 80% Einsatz zeigen. Perfektion stresst uns also auf die Dauer und macht unzufrieden. Stattdessen sollten wir realistische Ziele und Visionen entwickeln. Denn ohne eigene Ziele lassen wir uns vom Leben hin und her schubsen, statt es selbst zu gestalten.

„Um die vielfältigen Anforderungen zu erfüllen, zeigen Mütter viel Fleiß und Ehrgeiz und tun machmal mehr, als nötig ist. Die Folge sind Erschöpfung und Übermüdung. […] Denken Sie daran: Eine erschöpfte Mutter wird es nicht schaffen, sich ihrem Kind angemessen zu widmen.

Dr. Karella Easwaran

Und nicht zuletzt sollten wir den letzten Bewohner unseres Beneficial Thinking-Hauses nicht vergessen: Die Glücksfee. Ihr verdanken wir positive Emotionen wie Freude, Dankbarkeit und Liebe und diese Emotionen sind es, die unseren Stresspegel senken, unsere Widerstandskraft stärken (siehe dazu auch: Was Verantwortung mit Resilienz zu tun hat + Das Leben so: Nein! Ich so: Doch!) und sich damit positiv auf unsere (psychiche) Gesundheit auswirken.

Gemeinsam in ein stressfreieres Leben!

Positive Emotionen sind lebensnotwendig und der Wunsch nach Glück und Zufriedenheit ist kein Luxus. Deshalb habe ich mich auf diesem Blog auch diesen Themen verschrieben (siehe: Mein Wort 2021 + Was bedeutet „Natürlich glücklich“) und möchte gemeinsam mit euch den Weg in ein stressfreieres, glücklicheres Leben gehen. Das bedeutet natürlich nicht, dass wir ständig glücklich sein müssen. Doch wir sollten lernen, den Fokus mehr auf die kleinen Glücksmomente des Alltags zu legen anstatt ihn auf das zu richten, was uns nervt oder unzufrieden macht.

Und das kann man, wie du sicher aus meinen Beiträgen aus der Kategorie „Glücklich leben“ schon weißt, trainieren. Dabei kann ein Dankbarkeitstagebuch* dienlich sein, dein eigenes Glücksjournal oder alte Fotos. Auch Musik kann dich glücklich machen oder ein Mensch, der dich zum Lachen bringt.

Schreibe dir die Dinge auf, die dich glücklich machen. Und sorge dann dafür, dass du diese „Glücksbringer“ regelmäßig in deinen Alltag einbaust, von einer entspannten Mediation über genügend Schlaf bis zur Umarmung deiner Kinder vor dem Schlafengehen. Das alles sind meine kleinen Glücksbringer im Alltag!

Bevor ich nun aber noch mehr verrate (aber das 272 Seiten starke Buch gibt sooo viel Input), lest doch einfach mal selbst rein!

Mein Fazit zum Buch

Frau Dr. Easwaran zeigt in ihrem Buch, wie unser Gehirn funktioniert und erläutert anhand von Beispielen, wie sich Stress auf unseren Körper und unsere Psyche auswirken. In acht Kapiteln (siehe Leseprobe) zeigt sie uns, was wir für unsere psychische Gesundheit und unsere Stressresistenz (Stichwort: Resilienz) tun können.

Ich kann das Buch jeder Mama (oder auch dem Papa) ans Herz legen, auch wenn du vielleicht gerade nicht im Hamsterrad aus Stress und Hektik gefangen bist. Dieses Buch gibt dir wertvolle Tipps, wie du erst gar nicht in diesen Strudel gerätst und es zeigt dir, was du für dich selbst tun kannst. Emphatisch und warmherzig – und vor allem ohne erhobenen Zeigefinger!

Von mir gibt es deshalb eine klare Kaufempfehlung für dieses wertvolle Buch: Auf 272 Seiten gibt es so viel Input für einen schöneren Alltag, einen besseren Umgang mit sich selbst und noch so vieles mehr!

Das Geheimnis ausgeglichener Mütter*
von Dr. Karella Easwaran
ISBN: 978-3466311514
272 Seiten

PS: Zum Schluss habe ich noch eine Leseempfehlung von Frau Dr. Easwaran für dich, HIER.

* laut des Familienberichts der Landesregierung Baden-Württemberg aus dem Jahr 2018 verbringen Frauen mit Kinderbetreuung und Hausarbeit im Schnitt 4,3 Stunden mehr als gleichaltrige Männer – und das täglich!

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Dieses eBook / Buch ist ein Rezensionsexemplar

Silvia About Author

Das Leben ist ein Abenteuer, aber durch regelmäßiges Yoga und Meditation komme ich mit Mann, Kindern und Hund meistens ganz gut klar. Und wenn ich mal einen schlechten Tag habe, helfen mir meine kreative Ader und das Schreiben. Was macht dich glücklich?

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