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Familienleben

Intelligente Knete – Warum ich keine mehr kaufe!

Magische Knete i-Clay Craze dough

Intelligente Knete, auch i-Clay oder Craze magic dough, ist in letzter Zeit in aller Munde. Ich war sehr skeptisch und der Meinung, die magische Knete ist derselbe Blödsinn wie der Magic Sand, der seit dem Kauf nur in seiner Box – oder im Bett – rumliegt. Doch seit ich von TipToi doch positiv überrascht wurde, gebe ich auch Spielzeugen und Materialien, die ich für Blödsinn halte, eine Chance und habe dem Betteln der Mädels nachgegeben. Unsere Erfahrungen damit – und ob ich meine Meinung über die intelligente Knete überdenken musste – das erfährst du jetzt. Viel Spaß!

Magische Knete soll ja alles können: Sie trocknet nicht aus, sie springt wie ein Flummy, sie lässt sich kneten und (mehr oder minder) formen, man kann sie endlos auseinander ziehen und auseinander reissen, sie wechselt ihre Farbe durch Wärme oder die Sonne, leuchtet im Dunkeln, blinkt und glitzert, irisiert, leuchtet unter Schwarzlicht usw. Welche Stoffe dafür unter die „Knete“ gemischt werden, das hat übrigens Bundesinstitut für Risikobewertung untersucht – mit beunruhigenden Ergebnissen:

Bei der Herstellung verwenden Spielzeugproduzenten unter anderem Borsäure. Diese Borsäure kann sich beim Spielen durch Hautkontakt, durch Lutschen, Kauen oder Verschlucken von der intelligenten Knete lösen und in den kindlichen Körper gelangen. Das BfR hat nun bewertet, welches gesundheitliche Risiko von borsäurehaltiger Hüpfknete ausgeht und hat festgestellt, dass Kinder beim Spielen mit der Knete schon soviel Borsäure aufnehmen, dass bei dieser denkbaren regelmäßigen Exposition die täglich tolerierbare Aufnahmemenge (maximal 0,1 mg Bor pro Kilogramm Körpergewicht) schon fast erreicht wird.

Ein gute Nachricht gibt es jedoch: Wird der Grenzwert überschritten ist nicht mit einer akuten Gesundheitsschädigung zu rechnen. Trotzdem sind die Folgen daraus noch nicht hinreichend erforscht.

Magische Knete i-Clay Craze dough

Bundesinstitut für Risikobewertung: Gesundheitliche Bewertung Nr. 014/2005 des BfR vom 27. Oktober 2004

Wen wundert’s, schließlich ist die Zauberknete ein Zufallsprodukt des 2. Weltkrieges und entstand bei der Forschung nach einem Ersatzstoff für die Produktion von Reifen und Dichtungen. Ursprünglich war diese von Dr. Earl Warrick entwickelte Knete also nicht als Kinderspielzeug angedacht, warum Stoffe auf Silikonbasis sowie aus Sauerstoff und Bor genutzt wurden. Trotzdem, das möchte ich ergänzen, erfüllt die magische Knete aus den USA die EU Sicherheitsvorschriften für Kinderspielzeug, die aktuell noch keine Grenzwerte für Bor in Kinderspielzeug vorsehen!

Bor, Formaldehyd und Mineralöl-Rückstände

Leider ist Bor nicht das einzige Problem der magischen Knete. Klassische Knete auf Wachsbasis gilt als pädagogisch wertvolles Spielzeug gilt (fördert Motorik und Kreativität) und so hat Ökotest auch die magische Knete überprüft: Ist diese ebenso wertvoll für Kinder? Dabei hat Öko-Test leider gleich mehrere Stoffe entdeckt, die für Kinder gefährlich werden können, u.a. Mineralöl-Rückstände (MOAH) und Formaldehyd, beide können schon in kleinsten Mengen krebserregend sein.

Warum greifen Eltern, trotz Bedenken, zur intelligenten Knete?

Ich denke, viele Eltern sind sich der Gefahr nicht bewusst, schließlich wirbt die Knete damit, völlig geruchsneutral, ungiftig, ohne Weizen und Gluten und frei von Weichmachern wie BPA zu sein. Außerdem – das muss ich zugeben – macht die Knete Kindern Spaß (wenn dieser bei uns auch nicht lange angehalten hat):

Die Knete springt, krümelt nicht, zerfließt, ja man kann sie sogar zerschlagen. Auch viele Erwachsene nutzen die (ungenutzte) Knete ihrer Kinder mittlerweile als Anti-Stress-Ball – denn wie normale klassische Knetmasse ist diese magische Knete nicht zu nutzen. Plastilin ist formbar und man kann ganze Städte und Figuren daraus formen. Mit diesem magischen Knetgummi geht das nicht! Dafür haben sich meine Mädels andere Sachen damit einfallen lassen:

Craze magic Dough magische Einhornknete für Kinder giftig
Zauberknete in allen erdenklichen Farben und Formen soll Kinder anlocken
  • Sie haben sie auf der Schreibtisch-Unterlage zerrieben und damit Flecken gemacht, die erst nach mehrmaligen Waschen wieder einigermaßen raus gegangen sind.
  • Sie haben die Knete in die Hosentasche gesteckt, wo sie sich nun nicht mehr lösen lässt und die Kleidung zusammen klebt.
  • Sie haben die Zauberknete mit hellen T-Shirts genutzt, die nun verfärbt sind und Flecken haben
  • Sie haben die Knete mit ins Bett genommen, sodass ich Kissenbezüge wegschmeissen und einem der Mädels die Haare zum Teil abschneiden musste.
  • Alles klebt. Klebt. Klebt.

Und letztendlich hatten die Mädels gar keine Lust mehr auf die intelligente Knete, die eben nicht wie Knete ist. Aber das kennen wir ja schon vom Sand, der eben auch kein Sand ist.

Sind eure Kinder begeistert von der magischen Zauberknete?

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Das Leben ist ein Abenteuer, aber durch regelmäßiges Yoga und Meditation komme ich mit Mann, Kindern und Hund meistens ganz gut klar. Und wenn ich mal einen schlechten Tag habe, helfen mir meine kreative Ader und das Schreiben. Was macht dich glücklich?

2 Comments

  • Tobi
    6. März 2021 at 13:25

    Es tut mir leid, aber aus solch einer Studie herauszulesen was man herauslesen will, zeigt mal wieder wie viele schlechte Blogs es mittlerweile gibt.

    Und damit möchte ich nicht sagen, dass Inhaltsstoffe wie Borsäure unbedenklich sind. Jedoch macht die Menge das Gift. Und von „beunruhigenden“ Ergebnissen zu schreiben ist das, was im allgemeinen als Effekthascherei bezeichnet wird.

    Immerhin wird auch in jedem Test erwähnt, dass die Mengen der bedenklichen Inhaltsstoffe nie den kritischen Wert überschreiten und es selbst beim Verschlucken als ungünstigsten Fall nicht dramatisch wäre.
    Wenigstens das wird im Beitrag erwähnt, wobei es auch nicht zur eigentlichen Einleitung passt, was für mich schon die Qualität von klickbaits hat.

    In Bezug auf die Exposition bei Verschlucken find eich übrigens, dass man den Herstellern nur eine geringe Teilschuld geben kann. ,Denn wenn die Eltern besser auf die Altersangaben der Spielzeuge achten würden, kann es gar nicht zum Verschlucken kommen. Immerhin sind die Soielsachen nicht ufür Kinder unter 36 Monaten geeignet und ab dem Alter sollte man meinen, dass Kinder bei richtiger Erziehung nicht mehr auf die Idee kommen solche Dinge in den Mund zu nehmen. Hier muss man also auch mal eine Lanze für die Spielzeughersteller brechen und die Eltern in die Pflicht nehmen.

    Man würde ja auch nicht über den Ü-Ei hersteller herziehen, wenn sich ein Kleinkind an dem Spielzeug verschluckt. Was ich bedenklich finde ist eher, dass Eltern anscheinend immer häufiger ihrer eigenen Sorgfaltspflicht nicht mehr richtig nachkommen und alles auf andere Abwälzen.

    Was tatsächlich blöd an dieser Art von Knete ist, ist die Verunreinigung von Textilien, denn diese sind tatsächlich so gut wie hin, sollte die kneten auch nur leicht in den Stoff eingearbeitet werden. Das ist tatsächlich das einzige, was an diesem Spielzeug bedenklich ist.

    Im Bezug auf alles Andere bin ich als Vater, der jedes Spuelzeug kritisch begutachtet tatsächlich der Meinung, dass man in diesem Fall die Kirche im Dorf lassen sollte, da es tatsächlich viele Spielzeuge gibt, die wirklich bedenklich sind und aus dem Verkehr gezogen gehören.

    Insgesamt ist dieser Blogeibtrag einer der schlechteren, die ich in letzter Zeit gelesen habe und schließt genauso unsachlich ab, wie er anfängt.

    Weil es ist klar, dass Kinder mit der Zeit an den meisten Spielzeugen das Interesse verlieren, sei es weil man aus diesen herauswächst oder einfach genug damit gespielt hat.

    Somit dürfte es nach dieser Logik so gut wie kein Spielzeug geben, welches den Einzug in die Kinderzimmer dieser Welt einhalten würde und das würde diesen Ort der Freude und des ausprobieren letztendlich ein gutes Stück trister erscheinen lassen.

    Reply
    • Silvia
      8. März 2021 at 16:52

      Hallo Tobi, danke für dein Kommentar. Der Beitrag ist ja schon etwas älter und trotzdem bin ich immer noch kein großer Fan der intelligenten Knete – und habe auch keine mehr gekauft. Unsere beiden Mädels sind gottseidank schon aus dem Alter draußen, in dem sie Knete in den Mund nehmen würden. Nichtsdestotrotz wollte ich die Ergebnisse, u.a. was das Formaldehyd, welches als krebserregent gilt, nicht unerwähnt lassen. Uns war die Knete vor allem deshalb nicht gefallen, weil sie schon nach sehr kurzer Spielzeit langweilig wird (damit kann man schließlich keine Männchen oder Tiere formen, sondern sie einfach nur „wie blöd“ kneten, zerreißen oder durch die Finger laufen lassen und, weil sie überall geklebt hat. Ein Graus! Da gibt es wirklich sehr viel tollere Spielzeuge, die sehr wohl das Prädikat wertvoll verdienen und Wochen, Monate oder Jahrelang Freude im Kinderzimmer verbreiten. Bei weniger bedenklichen Inhaltsstoffen und vor allem mehr Spielspaß! Die Entscheidung für oder gegen eine solche Knete ist natürlich jedem selbst überlassen, aber ich glaube ich habe im Artikel die wichtigsten Punkte angesprochen. Liebe Grüße, Silvia

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