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Unterwegs

Warum du beim Wandern keine Kraxe nutzen solltest

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Es wird wärmer und heute möchte ich mich ein wenig dem “Tragerucksack”, der Kraxe widmen. Wer kennt Sie nicht, die Kraxen von den namhaften Sportartikel – Herstellern wie Deuter oder Osprey. Sobald es auf die erste Bergtour zu Dritt gehen soll, liebäugeln viele Eltern mit einem dieser Tragegestelle fürs Baby und Ihr Gepäck. Doch ein kritischer Blick ist angebracht!

Die Alm ruft! Ab in die Kraxe?

Tragerucksäcke* erfreuen sich großer Beliebheit: man sieht sie oft – und die einfache Handhabung und der zusätzliche Stauraum für Windeln & Co. verleitet zum Kauf. Doch halten wir uns noch einmal die anatomischen Grundlagen unserer Kindervor Augen. Dazu zählen:

  • Steg muss breit genug sein (Anhock-Spreiz-Haltung)
  • Rücken optimal gestützt
  • verstellbare Kopfstütze
  • mehrere Tragepositionen möglich
  • einfach in der Handhabung

Die Vor- und Nachteile der Kraxe

Wenn wir uns nun eine solche Kraxe, z.B die Deuter Kid Comfort* anschauen fällt uns eines gleich ins Auge: die Kinder hängen in dieser Kraxe – von einer Anhock-Spreiz-Haltung kann nicht die Rede sein sondern die Beine hängen eher nach unten, anstatt dass sie leicht schräg nach oben zeigen.

Außerdem ist das Kind in der Kraxe sehr aufrecht und kann sich nicht rund machen. Der obere Rücken und Kopf sind nicht gestützt während der restliche Körper durch Gurte und Riemen fest angeschnallt sind. So wird verhindert, dass der Körper des Babys umher schlackert doch eine angenehme, ergonomische Haltung ist nicht möglich, obwohl es gerade auf langen Wanderungen so wichtig wäre, dass unsere Kinder eine gesunde Haltung einnehmen können.

Fidella FlyClick Babytrage Half Buckle I Ergonomische Halbschnallen Trage I Bauchtrage & Rückentrage I 100% Bio Baumwolle I Mitwachsend für Neugeborene & Babies bis 15 kg 56-74 cm I Paperclips blau
39 Bewertungen
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  • KOMFORT: Fidella FlyClick sorgt mit dem Sicherheitsverschluss am Bauchgurt für ein sicheres Gefühl und ist sehr einfach anzulegen. Die Polsterung an Schulterstängen und Bauchgurt sorgen dabei für ein Maximum an Tragekomfort.
  • TRAGEPOSITION: Die Kombitrage kann als Bauchtrage und als Rückentrage verwendet werden. Als dritte ergonomische Trageposition kann sie ebenfalls seitlich getragen werden.
  • SPECIAL: Die Komforttrage ist mit einer Kopfstütze und Kapuze für das Kind ausgestattet. Die gepolsterten Beinausschnitte sorgen zusätzlich für optimalen Komfort und Schutz.

Der einzige positive Punkt, der mir zur Kraxe einfällt, ist die Staumöglichkeit: Gerade Eltern, die ihr Kind im Tragetuch oder in einer Tragehilfe mit auf die Alm nehmen und die Gipfel der Dolomiten erkunden, fragen sich oft, wie sie nebst Baby und Trage noch das Gepäck mitnehmen sollen. Wer nicht alleine unterwegs ist, kann auf den Partner zurückgreifen – oder eine liebe Freundin – die in einem größeren Wanderrucksack alles unterbringt. Wer aber alleine mit Kind zum Wandern aufbricht, hat auch Alternativen: Ich greife bspw. sehr gerne zu einer Umhängetasche. Das muss auch keine Slingbag* sein – eine einfache Umhängetasche reicht aus, wenn sich auch die Slingbag* mit den breiten Träger auf die Dauer sehr viel bequemer trägt.

Wer weniger zu verstauen hat, kann auch richtig oldschool auf eine Bauchtasche* zurückgreifen.

Weitere Nachteile der Kraxe

Ein weiterer Nachteil der Kraxen ist die Entfernung zum Elternteil. Es sind zwischen Mama oder Papa und Kind kaum Interaktionen möglich. Außerdem fehlt der Körperkontakt, der vor allem an kühleren Tagen ganz wichtig ist. Aber auch im Sommer bei Hitze kann es in der Kraxe unter dem Dach leichter zu einem Hitzestau kommen oder das Kind kann starken Durst entwickeln. Es ist also im Winter wie im Sommer sinnvoll, das Baby so nah wie möglich am eigenen Körper zu tragen.

Dazu kommt: Die Kinder können sich in der Kraxe nicht bewegen. Es ist so, als wären wir auf einem Sessellift eingesperrt und könnten uns nicht bewegen. Wie lange wäre es uns bequem? Apropos bequem: Kraxen werden im Laufe einer Wanderung auch für die tragende Person oft unbequem. Das liegt an der sehr ungünstigen Lastenverteilung. Der Tragerucksack bzw. das Gewicht des Kindes befindet sich sehr weit hinten und über dem Kopf. Anders in der Tragehilfe: Da liegt das Baby oder Kind nahe am eigenen Körperschwerpunkt.

Gibt es Alternativen zur Kraxe?

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Vielleicht konnte ich heute den ein- oder anderen zum Nachdenken anregen. Mittlerweile gibt es so viele schöne, empfehlenswerte Tragehilfen auf dem Markt. Da wird ganz bestimmt jedes Elternteil fündig! Egal ob nun eine Tragehilfe zum Binden, zum Schnallen oder ein Tuch: Wenn du unterschiedliche Tragesysteme näher kennenlernen möchtest, wende dich doch an eine Trageberaterin in deiner Nähe.

PS: Du hast jetzt Lust bekommen, mit deiner Familie und dem Nachwuchs eine Wanderung zu unternehmen? In der Kategorie WANDERTIPPS findest du eine Menge toller Wandertipps für Familien mit Kind. 

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About Author

Das Leben ist ein Abenteuer, aber durch regelmäßiges Yoga und Meditation komme ich mit Mann, Kindern und Hund meistens ganz gut klar. Und wenn ich mal einen schlechten Tag habe, helfen mir meine kreative Ader und das Schreiben. Was macht dich glücklich?

8 Comments

  • Jasmin
    16. Juli 2020 at 11:33

    Hallo Silvia,
    vielen Dank für den Artikel 🙂
    Ich selbst bevorzuge ebenso eine Babytrage, allerdings würde ich die Kraxe weniger verteufeln, da ich denke, dass sie ab einem gewissen Alter, wenn das Kind auch länger eigenständig sitzen kann, eine wunderbare Alternative ist, da das Kind dann von seinem Thron ganz viel von der Umgebung sehen kann 🙂 Außerdem entwickelt Deuter die Kraxen mit einem Kinderarzt, der ebenso empfiehlt sie erst ab einem gewissen Alter einzusetzen! Ich glaube da muss man einfach besser differenzieren, aber du hast absolut Recht: Für Babys unter einem Jahr würde ich das auch nicht einsetzen, da kommt es doch sehr stark auf ihre Entwicklung an.
    LG an dich!
    Jasmin von https://thehiketribe.com/de/

    Reply
    • Natürlich kindgerecht
      18. Juli 2020 at 16:38

      Hallo Jasmin, danke für dein Kommentar! Ich fand Kraxen auch für mich als Trägerin absolut unbequem und einfach klobig. Aber du hast Recht, ab einem gewissen Alter und wenn das Kind sich dazu auch äußern kann (z.B. wenn es im Schritt dann wehtut) kann man durchaus eine Kraxe nutzen. Würde ich persönlich aber trotzdem nicht, da ich einfach mit einer Tragehilfe viel besser zurecht komme, sie bequemer ist und man sie auch so praktisch mal eben mitnehmen kann. Ganz liebe Grüße

      Reply
  • Franziska Handmann
    28. Juli 2020 at 12:34

    Hallo,
    Ihre allgemeine Verteufelung der Kraxen kann ich nicht nachvollziehen. Ab einem gewissen Alter sind Kinder nicht mehr in der Anhockhaltung und auch nicht mehr hilflos ausgeliefert. Eine deutliche Differenzierung zwischen Tragen für Babies und solche für größere Kinder tut unbedingt Not.
    Viele Grüße Franziska

    Reply
  • Undine Almani
    28. Dezember 2020 at 09:37

    Ich bin so froh, dass ich diesen Artikel gefunden habe und sich mal jemand getraut hat, die negativen Aspekte von Kraxen zu diskutieren. Wir überlegen gerade, wie wir den Fjällräven Classic (6 Tage, zu zweit + Kind) bewältigen sollen, und es geht immer mehr weg von dieser pauschalen “Das geht nur mit Kraxe”-Aussage, zumal unser Kind bis dahin 3 sein wird und mehr laufen und noch schwerer sein wird, also warum soll ich mir noch ein 2.5kg Gerät dazu aufhalsen? Bei Babys (kaum Gewicht, praktisches Abstellen) würde ich es sogar noch einsehen… Aber ein 3-Jähriges braucht einfach eine bequeme Trage und verschiedene Möglichkeiten. Wir haben jetzt ein paar Wanderungen mit Trage (Ergobaby) gemacht und v.a. gemerkt, dass man mit Kleidung eine größere Trage braucht (ja, das Baby ist hinten, das ist sicherer und einfacher für uns, vorne wär es mir viel zu schwer). Suche gerade gute Toddler Versionen. Unsere Ergobaby ist zu klein und aus der geliebten Neko wächst sie auch raus (die haben allerdings eine tolle Toddler Version). Empfehlungen? 🙂

    Reply
    • Silvia
      29. Dezember 2020 at 19:10

      Hi! Schau dir mal unseren Beitrag zur Limas Plus an. Wir sind letztendlich mit unseren beiden Mädels als sie älter waren (4+) bei der Limas Plus und Limas Flex geblieben – und ich habe in den letzten Jahren bestimmt an die 40 unterschiedliche Tragehilfen ausprobiert als Trageberaterin. Es gibt sicher auch andere schöne Tragehilfen für Toddler auf dem Markt, aber entweder sind sie sehr teuer (überteuert) oder in der Qualität nicht so gut. Limas hat mich vom Preis-Leistungsverhältnis überzeugt. Ansonsten kannst du dir auch die Buzzidil Preschooler Toddlertrage einmal anschauen, auch da bin ich von der Qualität wirklich überzeugt, anders als bei Kokadi zum Beispiel. Außerdem sind die Kokadi Tragen relativ klein. Den Lue Mai haben wir auch vorgestellt auf dem Blog, einfach mal in der Suchfunktion eingeben. Die Trage ist schön und bequem, aber ich finde: Überteuert. Aber mehr dazu findest du im Bericht. Ich glaube mit Limas und Buzzidil oder einem schönen Fullbuckle von Huckepack (baby-roo.de) bist du gut aufgehoben. Ich persönlich finde auch die Halfbuckle vom Fräulein Hübsch sehr schön, aber sie passen aus Erfahrung vielen zierlichen Frauen nicht so gut. Und sind eben Half-Buckle also teils zum Binden, was beim Wandern dann doch eher mal nerven kann. Dann lieber ein gut eingestellter Fullbuckle, in den man nur reinschlüpfen kann 🙂 Ich hoffe, damit konnte ich dir ein wenig weiterhelfen. Ganz liebe Grüße und frohes Neues Jahr!

      Reply
  • Tabea
    2. August 2021 at 17:08

    Ich finde die einseitige und undifferenzierte Betrachtung in diesem Artikel richtig schlimm. Ein Baby würde ich auch niemals in einer Kraxe tragen, aber ein größeres Kind schon! Außerdem kommt es ebenso auf die Einsatzart, also die Art der Wanderung an. Wenn man mit einer Bauchtasche oder einer Umhängetasche (übrigens ergonomische Katastrophe für den Träger) klar kommt ist es für mich ein Spaziergang. Hier bin ich dann auch wieder mit der Trage dabei. Also vielleicht beim nächsten mal nicht so pauschalisieren… Ach ja, den Teil, dass sich ein Kind in einer Kraxe weniger bewegen kann, als in der Trage verstehe ich nicht. Ebensowenig die ungünstige Lastenverteilung bei korrekter Einstellung auf den Tragenden.

    Reply
  • Jenny
    5. April 2022 at 19:22

    Ich finde diese relativ einseitige Bewertung schwierig. Es gibt gute Gründe für Kraxen, die kein anderes Tragesystem bieten kann: am Allerwichtigsten der Sicherheitsaspekt! Die Gefahr beim wandern auszurutschen sollte jeder Kinderträger einkalkulieren. Eine Kraxe hat ein Metallgestänge und eine Rückenpolsterung für das Kind, dass im Falle eines Sturzes des Trägers Kopf und Rücken schützt. Genau das kann eine Stofftrage nicht. Da knallt der Kinderkopf oder Rücken im dümmsten Fall ungeschützt auf den Felsen. Wer also nur im Flachland und auf Feldwegen unterwegs ist kann gerne die normale Trage benutzen. Beim “echten” Bergwandern (Sommer wie Winter), Skifahren, Klettern etc. bitte immer die Kraxe. Für Babys unter 1 die Trage aber bitte nur vorm Bauch. Man fällt üblicherweise nach hinten, und nach vorne hat man Hände zum abfangen.
    Desweiteren bieten Kraxen im Gegensatz zu Stofftragen üblicherweise einen kompletten Regen/Schneeschutz, Windschutz und Sonnenschutz. Wer die Berge kennt, weiß das zu schätzen.
    Auch die anderen genannten Argumente kann ich nicht ganz nachvollziehen. Zumindest meine Kraxe hat ein extrem ausgeklügeltes Tragesystem, das in keinster Weise ungemütlich ist. Man muss sich halt bewusst sein, dass so ein Dreijähriger plus Gepäck plus Kraxe gut und gern auf 20 kg kommen kann. Wem das zu viel ist, sollte sich überlegen, ob Wanderurlaub mit Kleinkind das richtige ist.
    Ebenfalls haben meine beiden Kraxen so was wie Steigbügel für die Kinderfüße, wenn man die Länge richtig einstellt kommt man in die Anhock-Spreiz Haltung. Es gibt dazu auch nicht zu übersehende Herstellerhinweise.
    Desweiteren hat eine meiner Kraxen einen mitgelieferten Rückspiegel, da kann man super kontrollieren was der kleine Passagier grad macht. Ebenfalls praktisch finde ich einen kleinen Bachrucksack der an die Kraxe geschnallt wird um das Gewicht vom Gepäck zu verteilen. In dieser Konfiguration kann man auch sehr gut alleine mit Kind wandern gehen.
    Ich denke das Fazit sollte sein, für gemütliches Spazieren gehen oder Flachlandwandern bitte gern was einem passt, im Gebirge oder auf Steigen aus Sicherheitsaspekten immer die Kraxe oder die Trage vorm Bauch.

    Reply
    • Silvia
      8. April 2022 at 07:58

      Danke für dein Kommentar Jenny. Ich bitte wirklich inständig darum, das Kind beim Skifahren und Klettern nicht mitzunehmen! – auch nicht in einer Kraxe. Darüber hinaus ist das Skifahren mit Kindertrage verboten; zumindest hier bei uns in Italien. Wir machen größtenteils gemütliche Wanderungen, weil unsere beiden Mädels noch nicht lange Strecken laufen können, also meistens Familienwanderwege mit maximal 10-15 km. Meistens flach oder mit wenig Steigung. Da ist die Gefahr, hinzufallen, meistens nicht so groß. Aber es gibt durchaus Mamis, die auch anstrengendere Wanderungen mit Babys in der Tragehilfe machen. Ich kann den Blog alptraeume-suedtirol.blogspot.com zum Thema empfehlen. Zahlreiche Wandertipps für Kinder und Babys und immer mit einer schönen Tragehilfe 🙂 was einem mehr zusagt, ist wahrscheinlich einfach auch eine ganz persönliche Entscheidung. Ich liebe es, mein Baby ganz nah bei dir zu tragen.

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