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Südtirol

Neue Regelungen zur Elternzeit in Italien

Landesfamiliengeld und Landeskindergeld Südtirol Neuerungen

Am 31. März hat der Ministerrat zwei Gesetzesentwürfe zur Umsetzung der europäischen Richtlinien für die Elternzeit in Italien genehmigt. Damit soll die Zeitspanne, in der Eltern in Italien künftig bezahlte Elternzeit in Anspruch nehmen können, verdoppelt werden. Außerdem sollen künftig 9 Monate anstatt wie bisher 6 Monate zu 30% vergütet werden. Ein Überblick.

Gleichstellung der Geschlechter und eine bessere Verteilung der Pflegelast

Am 31. März wurden vom Ministerrat zwei Gesetzesdekrete verabschiedet, die die Rechte berufstätiger Eltern ausweiten sollen. Die Gesetzesentwürfe wurden Anfang April an die Ausschüsse des Repräsentantenhauses und des Senats weitergeleitet, um die üblichen Stellungnahmen vor der endgültigen Verabschiedung, die noch in diesem Jahr erwartet wird, einzuholen.

Mit dem Gesetzesdekret soll die EU-Richtlinie 2019/1158 umgesetzt werden, die darauf abzielt, die Gleichstellung der Geschlechter in der Familie und am Arbeitsplatz durch eine bessere Verteilung der Pflegelasten zu fördern.

Damit gibt es in Zukunft einen obligatorischem 10-tägigen Vaterschaftsurlaub, der von den Vätern in Anspruch genommen werden muss (nicht in Stunden zu genießen). Er kann von allen Vätern ab 2 Monaten vor der Geburt bis 5 Monate nach der Geburt, Adoption oder Beginn der Pflege beantragt werden, auch im Falle des Todes des Kindes.

Die Elternzeit in Italien für Alleinerziehende erhöht sich von 10 auf 11 Monate – bisher galt die Verlängerung auf 11 Monate nur im Falle der Nutzung durch beide Elternteile, wenn der Vater mindestens 3 Monate Elternzeit in Anspruch nimmt. Außerdem wird der Zeitraum, in dem die Elternzeit genommen werden kann, vom sechsten bis auf das 12 Lebensjahr ausgedehnt.

Gute Nachrichten gibt es auch für Selbstständige: Der Anspruch auf Elternzeit wurde auf selbständige und freiberuflich tätige Frauen ausgedehnt, auch für Zeiten des vorzeitigen Ausscheidens wegen einer Risikoschwangerschaft.

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Elternzeit zu 30% für 9 Monate und bis zu 12 Jahren

Dies sind einige der Richtlinien, die in den vom Kabinett verabschiedeten Gesetzesdekreten zur Umsetzung europäischer Richtlinien enthalten sind. Zu den Bestimmungen gehört auch die Erhöhung der Anzahl der Monate des Elternurlaubs, in denen 30 % des Gehalts gezahlt wird und zwar von sechs auf insgesamt neun Monate (nach Einreichen des entsprechenden Antrags).

Höhe der EntschädigungZeitraum
30 Prozent des Gehalts3 Monate für jedes Elternteil (nicht übertragbar)
30 Prozent des Gehaltsweitere drei Monate übertragbar, aber alternativ zwischen den beiden Elternteilen

Die Elternzeit soll also zukünftig für 9 Monate zu 30% vergütet werden (auch für Alleinerziehende). Dabei stehen der Mutter drei Monate zu, drei weitere Monate dem Vater und weitere 3 Monate können entweder von der Mutter oder vom Vater genossen werden. Die drei Monate, welcher jeweils der Mutter und dem Vater zustehen und nicht übertragbar sind, können auch gleichzeitig genossen werden. Die drei weiteren Monate müssen alternativ genossen werden, d.h. entweder Mutter oder Vater – nicht gemeinsam an denselben Tagen.

Wichtig ist an dieser Stelle jedoch darauf hinzuweisen, dass die bisherige Einkommensbeschränkung für die Elternzeit* zum Teil bestehen bleibt. Die Beihilfe wird zwar theoretisch nicht mehr nur bis zum 8., sondern bis zum 12. Lebensjahr des Kindes gezahlt, jedoch ab dem 6. Lebensjahr weiterhin nur, sofern die Einkommensgrenze nicht überschritten wird bzw. nach dem 9. Monat.

Die Beträge für die 30% werden nun auch anders berechnet als vorher, d.h. die Vergütung wird in Zukunft höher ausfallen, da sie nun unter Berücksichtigung des dreizehnten Monatsgehalts und „sonstiger Zulagen oder zusätzlicher monatlicher Zahlungen oder Leistungen an den Arbeitnehmer“ berechnet wird. Auch sollen künftig der Urlaubsanspruch und das 13./14. Monatsgehalts nicht mehr gekürzt werden.

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Zukünftig auch für Selbstständige & Freiberufler

In Zukunft sollen auch selbstständige Vätern die Elternzeit genießen können, die beim INPS eingetragen sind (Direktlandwirte, Landwirte, Teilpächter und Berufslandwirte, Handwerker, Händler, selbständige Fischer der kleinen See- und Binnenfischerei), und zwar unter denselben Bedingungen wie selbständige Frauen. So können künftig auch selbständige Väter bis zum ersten Lebensjahr des Kindes drei Monate anrechenbaren Elternurlaub zu 30 % des üblichen Gehalts nehmen.

Wenn beide Elternteile (selbständige Mutter und erwerbstätiger Vater) die Elternzeit in Anspruch nehmen, erhöht sich der anrechenbare Elternurlaub in den ersten zwölf Lebensjahren des Kindes von maximal sechs auf insgesamt neun Monate (statt wie bisher drei Monate), wobei der erwerbstätige Elternteil nur dann weitere Zeiträume in Anspruch nehmen kann, wenn die Einkommensbedingungen erfüllt sind.

Eine weitere Neuerung gilt für Selbstständige, die in die „gestione separata“ (Sonderverwaltung) des INPS/NISF eingetragen sind. Durch die Gesetzesänderung wird die Gesamtdauer des Urlaubs beider Elternteile von sechs auf neun Monate erhöht, wobei ein Elternteil die Möglichkeit hat, den Urlaub für höchstens sechs Monate zu nehmen. Und schließlich können auch sie die Elternzeit die ersten zwölf Lebensjahre des Kindes nehmen (anstelle der derzeitigen drei Jahre für Professionisti).

Diese Tabelle hilft dir vielleicht dabei, die neue Regelung besser zu verstehen:

MutterVaterMutterVaterGesamt
AngestellteAngestellter3/66/39
HausfrauAngestellter066
Angestelltekeiner909
selbstständigAngestellter369
Angestellteselbstständig639
selbstständigselbstständig336
Parasubordinata
(gestione separata)
Angestellter3/66/39
AngestellteParasubordinato
(gestione separata)
3/66/39
Parasubordinato
(gestione separata)
Parasubordinato
(gestione separata)
3/66/39

Zusätzlich gelten weiterhin für Eltern die 10 bzw. 11 Monate und für Alleinerziehende die 11 Monate insgesamt an Elternzeit, d.h. es können zusätzlich 1 bzw. 2 Monate unbezahlte Elternzeit genommen werden, sofern der Vater mindestens 3 Monate genießt.

Die Verlängerung des Elternurlaubs auf bis zu 3 Jahre mit 30%-iger Bezahlung für Eltern mit schwerbehinderten Kindern bleibt bestehen. Weitere Bestimmungen sehen einen einfacheren Zugang zum Smart Working für Eltern vor.

* Aktuell werden mehr bereits mehr als 6 Monate Elternzeit vergütet, wenn das Kind zwischen 6 und 8 Jahre alt ist und die Eltern bereits 6 Monate zu 30% vergütete Elternzeit genossen haben und noch weitere Monate nehmen, sich die Familie aber in finanziellen Schwierigkeiten befindet, d.h. das Einkommen der betreffenden Person ist geringer als das 2,5-fache des „trattamento minimo“. Diese Mindestrente beträgt im Jahr 2022 6.809,79 € im Jahr (523,83 € für 13 Monate im Jahr). Zwischen 8 und 12 Jahren wird die Elternzeit aktuell nicht mehr vergütet.

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Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf

All diese Maßnahmen sollen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Eltern und Betreuungspersonen erleichtern und Frauen gleiche Beschäftigungschancen gewährleisten, indem eben diese neue Regeln zum Vaterschaftsurlaub und zur Elternzeit in Italien umgesetzt werden.

Zudem ist es Ziel, Eltern flexiblere Arbeitszeitregelungen zu ermöglichen und der Benachteiligung von Frauen am Arbeitsplatz entgegenzuwirken, indem die Betreuung der Kinder zwischen Männern und Frauen gerechter aufgeteilt wird. Männer sollen durch den obligatorischen Vaterschaftsurlaub und die drei Monate Elternzeit für Väter dazu ermutigt werden, Frauen in der Carearbeit zu unterstützen.

Neue Pflichten für Arbeitgeber

Darüber hinaus genehmigte die Regierung auf derselben Sitzung auch einen zweiten Gesetzesentwurf zur Umsetzung der EU-Richtlinie 2019/1152 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Juni 2019 über transparentere Arbeitsbedingungen.

Arbeitsministerin Andrea Orlando weist darauf hin, dass es bald neue Verpflichtungen für Arbeitgeber geben wird. So müssen sie fortan Arbeitnehmer noch genauer über ihre Arbeitsbedingungen und Mindestschutzbestimmungen aufklären. Das soll sicherstellen, dass alle Arbeitnehmer, einschließlich derjenigen mit atypischen Arbeitsverträgen, von einer größeren Transparenz der Informationen über das Arbeitsverhältnis und der Arbeitsbedingungen profitieren können. Wie genau diese Pflicht aussehen soll, ist aktuell noch nicht klar.

Dies ist eine extreme Zusammenfassung der bevorstehenden Änderungen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie und zur Umsetzung der EU-Richtlinie 2019/1158. Nähere Details sind zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht bekannt.

Die beiden Gesetzesdekrete werden in den nächsten Tagen im Amtsblatt veröffentlicht. Sobald es weitere Informationen dazu gibt, werden wir euch hier informieren.

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Das Leben ist ein Abenteuer, aber durch regelmäßiges Yoga und Meditation komme ich mit Mann, Kindern und Hund meistens ganz gut klar. Und wenn ich mal einen schlechten Tag habe, helfen mir meine kreative Ader und das Schreiben. Was macht dich glücklich?

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